Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Schwyz

Das Rote Kreuz wieder zum Leuchten bringen

Seit 100 Tagen steht Sandra Wierenko an der Spitze des SRK Kanton Schwyz. Die neue Geschäftsführerin hat ihre Aufgabe in einer anspruchsvollen Phase übernommen: Sparmassnahmen, strukturelle Anpassungen und die strategische Neuausrichtung prägen derzeit die Arbeit der Organisation. Dennoch blickt Wierenko optimistisch nach vorne. Ihr Ziel sei klar: «Ich möchte das Rote Kreuz wieder zum Leuchten bringen.»
Sandra Wierenko Geschäftsführerin SRK Kanton Schwyz

In den ersten Monaten ihrer Tätigkeit standen vor allem das Kennenlernen der Organisation und der Aufbau von Vertrauen im Mittelpunkt. Besonders beeindruckt habe sie das engagierte Team aus Mitarbeitenden und Freiwilligen. «Die ersten 100 Tage waren intensiv, aber sehr wertvoll», erklärt Wierenko. Viele Gespräche mit Mitarbeitenden, Partnern und Freiwilligen hätten ihr geholfen, die Dienstleistungen und Herausforderungen des SRK Kanton Schwyz vertieft zu verstehen.

Sparen ohne Abbau bei den Menschen

Ein zentrales Thema bleibt die finanzielle Stabilisierung der Organisation. Für Wierenko steht jedoch fest: Sparmassnahmen dürfen nicht zulasten der Menschen gehen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Deshalb liege der Fokus nicht auf dem Abbau von Leistungen, sondern auf der Optimierung von Strukturen und Prozessen im Hintergrund. Ziel sei es, wirtschaftlich verantwortungsvoll zu handeln und gleichzeitig menschlich, zuverlässig und nah bei den Menschen zu bleiben.

Auch Präsident Lorenz Bösch hat das Ziel formuliert, bis Ende 2026 eine «schwarze Null» zu erreichen. Wierenko bezeichnet dieses Ziel als ambitioniert, aber realistisch. Mit konsequenter Kostenoptimierung und einer Stärkung des Vertrauens in die Organisation wolle man die finanzielle Basis nachhaltig sichern. Rund zwei Drittel der Einnahmen stammen aus Dienstleistungen, etwa ein Drittel aus Spenden.

Fokus auf Stabilität und Sichtbarkeit

Für das Jahr 2026 setzt die Geschäftsführerin drei klare Schwerpunkte: stabilisieren, gezielt weiterentwickeln und die Sichtbarkeit des SRK stärken. In den vergangenen Monaten seien wichtige strukturelle Anpassungen vorgenommen worden, nun gehe es darum, diese zu festigen und gleichzeitig die Angebote der Organisation stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

«Oft passiert unsere Arbeit im Hintergrund, dabei ist sie für viele Menschen im Alltag entscheidend», betont Wierenko. Gerade Dienstleistungen im Bereich Betreuung und Unterstützung zu Hause würden künftig weiter an Bedeutung gewinnen, da immer mehr Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben möchten.

Vertrauen durch konkrete Arbeit stärken

Auch ihre Ernennung ohne öffentliche Ausschreibung wurde öffentlich diskutiert. Wierenko zeigt Verständnis für die Kritik, verweist jedoch darauf, dass der Vorstand diesen Weg bewusst gewählt habe. Für sie stehe nun im Vordergrund, das entgegengebrachte Vertrauen durch konkrete Arbeit zu bestätigen. Mit ihrer Ausbildung und Erfahrung habe sie sich bewusst für diese Aufgabe entschieden.

Die neue Geschäftsführerin sieht ihre Rolle dabei klar definiert: Die strategischen Leitplanken seien gesetzt, die operative Umsetzung könne sie eigenverantwortlich gestalten. Gemeinsam mit ihrem Team wolle sie einen sichtbaren Mehrwert für die Menschen im Kanton Schwyz schaffen — und das Rote Kreuz Schritt für Schritt wieder stärker zum Leuchten bringen.

Hier gehts zum Interview Bote der Urschweiz vom 06.05.2026